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Der 18. April ist ein schöner Tag. Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint und die Menschen befinden sich in entspannter Atmosphäre auf dem Nachhauseweg und freuen sich auf die kommenden Feierabendstunden. Nur ein einzelner Jugendlicher sitzt nachdenklich an seinem Schreibtisch und lässt die letzten Jahre seines bislang nicht gerade herausragenden Lebens Revue passieren. Wie leblos starrt er auf die mahagoni-bearbeitete Tischplatte seines Schreibtisches und versucht sein Gewissen zu beruhigen. Sein Gewissen,dass ihn damit plagt,dass er sich nicht wirklich auf die anstehenden Abiturprüfungen vorbereitet hat...

Die Uhr tickt unerbittlich-Minute um Minute vergeht und das Unvermeidliche rückt näher. Nur wenige Stunden und man wird sich zu Bett begeben müssen und sich unruhig von der einen Seite des Bettes zur anderen wälzen. Die Gedanken kreisen unermüdlich um den morgigen Tag- die erste Prüfung des höchsten Schulabschlusses im Raum Deutschland beginnt. Und auf Deutsch hat man absolut nichts gelernt. Man vertraut auf die eigene Stärke,das eigene Urteilsvermögen und man weiß genau- in der Prüfung kann einem keiner helfen.

19. April-es ist 7.15. Unser Protagonist quält sich aus seinem weichen und gemütlichen Bett und man kann sich vorstellen,wie er sich fühlen muss: Müde. Der Tag-auf den man eigentlich (wenn auch unbewusst) 13 gottverdammte Jahre gewartet hat-ist da. Dem Kommendem voller Ungewissheit entgegenblickend steht er auf und nimmt seine Henkersmahlzeit ein. Ein beschmiertes Schmelzkäse-Brot und ein warmer Tee werden ihm vorgesetzt. Die Mutter des Jünglings kommt anzügig gekleidet aus dem Bad gestürzt und scheint sich angesichts des auf der Bank sitzenden Sohnes zu fragen: "oh gott,was hab ich da nur großgezogen?!!?!" Ein Blick voller Mitleid und Mitgefühl erscheint auf des Mutters Gesicht. Der Vater kommt ausgeschlafen aus den Untiefen des Schlafzimmers hervor-ein kurzer prüfender Blick auf seinen Jüngsten und die Worte,die den Abiturienten am meisten aufbauen,kommen aus seinem Mund: "Viel Erfolg mein Sohn!" Dann werden die Schuhe gebunden,der Ranzen mit den wenigen lebensnotwenigen Utensilien auf den Rücken geschwungen und der Schulweg wird mit einem recht mulmigen Gefühl angetreten: "Was wird mich erwarten dort in dem grauen Betonklotz,der jahrelang meine Wahlheim war?" Diese und ähnliche Gedanken bewegen den jungen Mann.

7.35: Der Absolvent der Prüfung betritt die Prüfungsvollzugsanstalt-und sieht unzählige andere Mitstreiter verängstigt am Glaskasten sitzen,man steigt die unzähligen Treppen bis zu den höchsten Räumen empor,längst hat sich ein Tunnelblick eingestellt,vereinzelte Glückwünsche von Freunden und Bekannten streichen wie aus einer fernen Welt kommend am Gehör vorbei und werden irgendwo in den Tiefen des Unterbewusstseins angespeichert.

8 Uhr: Die Taschen sind in einem separaten Raum verwahrt,nur die Verpflegung und etwas Schreibmaterial liegt auf dem Tisch- ein freundlicher Lehrer weist die teilweise etwas fahlhäutigen Abiturienten ein und erklärt das Prozedere. Dann geht es los- die Mappen mit den Aufgaben werden ausgeteilt und die erste Prüfung beginnt.

13.20:Nach über fünf Stunden angestrengten Nachdenkens über Kabale und Liebe,einem leichten Ziehen im Handgelenk und jeder Menge vergossener Schweißtropfen ist es vorbei. Man gibt die rote Mappe mit einem inneren Stoßseufzer ab. Geschafft! Die erste Prüfung hat man hinter sich gebracht. Zeit für ausgelassene Freude gibt es trotzdem nicht- die nächste Prüfung ist eine nicht minder schwere- Mathematik. Also macht man sich auf den Heimweg und grübelt über die vergangenen Stunden nach- so schlimm wie es hätte sein können war es nicht- und man hat imerhin schon 25 % hinter sich. Nun blickt man gespannt auf den nächsten Tag- viel gelernt hat man auf diese Prüfung auch nicht und wird man auch nicht mehr. Wieder verlässt man sich darauf,dass die gestellten Aufgaben nicht zu schwer sind und man sich irgendwie schon durchkämpfen kann durch ein Gewirr von Vektoren, Kurven und was die Mathematik sonst noch alles an Gemeinheiten zu bieten hat...

Es ist Mittwoch, der 26. April. Es ist ein schöner Tag,die Vögel zwitschern und die Sonne scheint. Ein einzelner Jugendlicher sitzt an seinem Schreibtisch und lässt die letzten Tage Revue passieren. Er hat am heutigen Tage seine letzte Prüfung (im Fach Geschichte)für das Abitur abgelegt und fühlt sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder frei und unbeschwert. Das schlechte Gewissen ist längst einer Mischung aus "Scheiß-Drauf"-Gefühl und "Jetzt kann mans eh nicht mehr ändern"-Wahrnehmung gewichen. Vielleicht wird sich der Protagonist heute noch ein Schmelzkäse-Brot herichten- eins kann man ihm auf jeden Fall nicht nehmen: Das Gefühl,etwas großes und unangehmes hinter sich gebracht zu haben. Alles andere liegt nun nicht mehr in seiner Hand...



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