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Mit Urlaub verbindet der Normalbürger Ruhe,Entspannung oder der ein oder andere vielleicht auch Abenteuer. Wenn man in Zusammenhang mit Urlaub auch noch die Cote d´azur erwähnt,so schlägt das Herz eines jeden höher. Sonne, weiße Sandstrände, wunderbar klares und kaltes Meer und frische Kraft tanken - für viele wohl die Idealvorstellung eines Urlaubs...

Auf dieser Seite möchte ich über meinen Urlaub mit zwei Kumpels und der Freundin von einem der zwei Kumpels berichten. Ein Urlaub, der diese Bezeichnung im Sinne von Entspannung nicht verdient hat und der mit "spontan" nur unzureichend beschreiben wäre. Das erste Urlaubsziel war noch in nächster Nähe- der Bodensee,ohne größere Planung durchaus machbar, mit Sack und Pack sein Glück versuchen, einen geeigneten Campingplatz zu finden. Doch das Wetter machte wie so oft in diesem Sommer genau das,was es nicht sollte: es spielte nicht mit. Einen Tag vor unserer geplanten Abfahrt (Do. 9.August) behherschten Regenwolken die Wetterlage in Deutschland und so erhielt ich um 15.07 Uhr den folgenreichen Anruf: "Hey,das Wetter is schlecht,wie wärs mit Frankreich (Cote d´Azur)? Laut wetter.de solls dort 29° Grad haben..." (Anmerkung von Tyler_ Wortlaut nicht exakt übernommen). Jung und spontan,wie man nun mal ist,sagt man unbedachterweise ja. In nicht einmal 14 Stunden gings los, zuhause stapelte sich die ungewaschene Wäsche, die Blumen rebelieren und schreien nach Wasser, die neuen Contactlinsen sind noch nicht abgeholt und ein Buch müsste auch noch aus der Bücherei ausgeliehen werden. Alles andere als ideale Voraussetzungen für einen erholsamen Urlaub. Doch ich nehme den Kampf an- den Kampf gegen mein eigenes Haus (Schimmelpilzkulturen aus der Spülmaschine grüßen mich schon freundlich) und gegen die Zeit.

Es ist 24 Uhr ,6 Stunden bis zur Abfahrt- die CL wurden ebenso wie das Buch abgeholt, die Wäsche befindet sich bereits im Trockner, dem Chef wurde mitgeteilt,dass sich der Urlaub um ein paar Tage verlängert, die Pflanzen sind etwas flüssiger geworden und obendrein wurde noch flugs ein Gomez-Trikot bestellt. Doch gepackt hab ich immer noch nicht- zwei Stunden später ist auch diese Hürde genommen (alles unsortiert in einen großen Trekkingrucksack meines Bruders gestopft) und einer wohlverdienten Nachtruhe (die ganze 4 Stunden beträgt) steht nix mehr im Wege. Unbarmherzig klingelt der Wecker um halb 6 mich wach und schon hier stellt sich mir langsam die Frage,wozu ich den ganzen Aufwand überhaupt auf mich nehme (denn schließlich steh ich nicht mal zum arbeiten so früh auf). Doch diese aufwallenden Gefühle werden von der Müdigkeit und der trotz allem aufkommenden Spannung (man geht ja nicht jeden Tag an die Cote d´Azur) zurückgedrängt. 6 Uhr. Die Wohnung ist aufgeräumt, der Kumpel steht vor der Tür und ab geht die Party gen Frankreich. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was uns dort unten erwarten würde. Einfach mal reinfahren ins Land und dann werden die Campingplätze schon von allein auf uns zu kommen. Diese Einstellung sei mal unter die Kategorie jugendlicher Leichtsinn gestellt.

Erstes Ziel des gut durchdchaten Urlaubs war Sigmaringendorf (muss man nicht kennen), den Wohnort des dritten und vierten Mitstreiters. Erste Missverständnisse der Fahrtroute gabs noch in Deutschland. Ich hab immer gesagt,dass wir bei der Kreuzung in Tuttlingen hätte links abbiegen müssen- doch wir fuhren geradeaus. Was uns nicht nur Nerven,sondern auch Zeit kostete. SChließlich wurde Freiburg erreichte und schon in dieser Phase der Fahrt (ungeafähr 1/4 der Fahrt von Aalen aus wurde absolviert!) meldete mir mein Körper erste Anzeichen von Unwohlsein. Geäußert durch unangenehme Magenschmerzen und einem leichten Ziehen im Kreuz,welches sich entsprechend der Länge der Fahrt spürbar steigerte. Doch den Optimismus ob des Gelingens dieses waghalsigen Abenteuers konnte dies alles nicht eindämmen.

Aufgrund der langen Fahrt wechselten sich die Fahrer ab (an dieser Stelle sei Dank gerichtet an Herrn C.B. aus W. für seine Courage,mich,der ich bis dato noch nie mit diesem überladenen Auto und obendrein bislang nur zwei,dreimal auf der Autobahn gefahren bin,ans Steuer zu lassen! Respekt,traut sich nicht jeder.), und so durfte auch ich den schweren Benziner mit unglaublich hoher PS-Zahl (von 0 auf 100 in gefühlten 10 Minuten) duchr das leider auch sehr verregnete Frankreich lenken. (um 17.30 hatte man erst Lyon passiert, also ungafähr die Hälfte der Strecke, die es in Frankreich bis hinunter zur Küste zurückzulegen galt). Erfahrene und besonnene Camper hätten hier vielleicht für eine Nacht einen Zwischenstop Nähe Lyon eingelegt,um nicht mitten in der Nacht noch an der Küste Frankreichs entlang krebsen zu müssen. Die Betonung liegt auf "erfahren" und "besonnen". aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns,die lästige Rue Nationale (selbst ich kann da nur 100 fahren) zu verlassen und auf die gebührenpflichtige und mit Tempolimit (110 bei schlechtem,130 bei gutem Wetter) versehene Autobahn zu wechseln.

"Du sitzt da,mit vier anderen Personen,für die du eine Verwantwortung hast. Dein ganzer Körper zittert,aber deine Hand bleibt ganz ruhig. Meine Hände zittern nie..." (Anm.v.Tyler- leicht angeändertes Zitat aus Departed)

Rund 12 Stunden waren C.B. und ich schon auf Achse,und es hinderte mich dennoch nichts daran,mit einem unbekannten Auto auf der Autobahn in einem unbekannten Land 170 zu fahren. Nicht nur der Motor brummte schon laut,zum ersten Mal kamen auch leichte Bedenken ob der Fahrweise auf der Rückbank auf. Und ich musste die Erfahrung machen, dass mit dieser Geschwindigkeit (bei nasser Fahrbahn) ein langes Fahren nicht möglich ist- der ganze Körper ist angespannt,alle Sinne sind auf die vor mir liegende Strecke konzentriert- irgendwann schaltet das Hirn ab und man muss abbremsen...

Nun ist es schon 24 Uhr und ein bequemer Schlafplatz ist noch lange nicht in Sicht. Zwar wurde die Küste (Marseille) erreicht, doch um diese Zeit einen Campingplatz zu finden in einer Gegend,in der man sich null auskennt, war schlichtweg unmöglich. Und so wurde die erste Nacht auf einer Tankstelle in Marseille verbracht. Über die Bequemlichkeit,in einem Auto mit vier Leuten zu schlafen, muss ich mich an dieser Stelle nicht auslassen. Einziger Lichtblick war,dass es aufgehört hatte zu regnen... Ein weiterer Vorteil war die Tatsache,dass wir nun unser ungefähres Ziel-die Küste- an einem Tag erreicht hatten und uns gleich früh morgens auf die Suche nach einem geeigneten Campingplatz machen konnten. Es war gegen 7 uhr frühmorgens,alle waren gef*** weil todmüde,aber unsere deutschen Füße betrieten den französischen Strand. Und ein nicht endendes Glücksgefühl durchströmte meine ermatteten Glieder. Schnell wurde das nächste Tousristikinformationszentrum ausfindig gemacht und nachdem anfängliche Sprachbarrieren ["Do you speak english?"-"No." - "Fuck eyyy,jetzt die ganze scheiße auf französisch"] überwunden wurden (nicht umsonst hab ich Franz mit nem 3er abgewählt), gings mim zwischen bei jeder Bremsbewegung kreischenden Auto weiter nach Osten. Ein paar Campingplätze wagten es tatsächlich uns abzuwimmeln ["Nous sommes completes!"],aber nahe bei der Küste wurden wir fündig. Ein Campingplatz,unglaublich und unbeschreibbar wie uns zumute war!! Ein freier Campingplatz direkt am Meer. Traumhaft. Einfach nur traumhaft. Jetzt schien der Urlaub so richtig loszugehen. In sekundenschnelle wurde eingecheckt,das Auto abgeladen,die Zelte aufgebaut und das Gelände erkundet,wobei letzteres uns (vor allem Herrn U.H. aus S.) einen herben Dämpfer versetzte. Ich bin bis heute der festen Überzeugung,dass die Franzosen das Wort "Hygiene" nicht im Wortschatz haben- die Klos stanken, die Schüsseln sahen mal so richtig abgefuckt aus- was vor allem für den weiblichen Begleiter eine enorme Zumutung war. So beschlossen wir,unsere großen Geschäfte bald nur noch im nahe gelegenen MacDonalds zu verrichten (das muss man sich mal vorstellen: Man geht zum sch... ins Mac Donalds,die Verkäufer kannten unsere Visagen bald auswendig,aber das tun sie in Aalen auch schon,gell Pascal*g*).

Ok, Campingplatz is nun mal Campingplatz,was soll man auch erwarten in Frankreich?! Leider bemerkten wir zu spät, dass der Campingplatz direkt an der Rue Nationale, der Haupt- Landstraße der Franzosen, befand,sodass ein langes schlafen schlichtweg unmöglich war. Da also der Campingplatz kein wirklich schönes Ambiente bot, gingen wir schon bald auf Entdeckungsreise. Am ersten Tag gings gegen Abend noch zum Strand, der überladen war mit Menschen,aber trotzdem ein schönes Feeling vermittelte. In den folgenden Tage wurde noch Marseille, St.Tropez, St. Maxime und der Strand an der Südküste Frankreichs erkundet. Und außer einem Sonnenbrand hab zumindest ich nicht allzu viel mitgenommen vom Meer. Denn übermäßig viel Entsspannung gabs dort leider auch net, zum einen,weil mich irgendwann meine Mitkameraden leicht genervt haben und ich außerdem noch ein Buch (nicht vom "verschissenen Sigmund Freud", aber fast genau vom gleichen Schlag) über die "Philosophie der Freiheit" lesen musste- ich bin bis Seite 20 gekommen, dann fand sich das Buch an einem nahegelegen Baum - auf aüßerst unsanfte Weise befördert - wieder...

Wir hieltens statt den geplanten 7 Tagen nur 5 Tage in Frankreich aus,aber irgendwie wollten alle irgendwann dann früher heim- zum einem wegen dem im wahrsten Sinne verschissenen Campingplatz, zum anderen,weil uns die Möglichkeiten der Beschäftigung ausgingen (Strand ging wegen Sonnenbrand aller Beteiligten nicht ,und alle anderen größeren Städte im Umkreis waren besucht worden). Und so wurden am Dienstag schon wieder die Koffer gepackt und dem Nachbarland Lebewohl gesagt. Die Rückfahrt verlief bis auf meine bald unerträglichen Rückenschmerzen ereignislos,in elf Stunden erreichten wir Sigmaringendorf.

So,dieser Bericht ist phasenweise etwas drastisch,aber ich hab versucht, die Ereignisse aus meiner Perspektive darzustellen. Echte Camper werden wir wohl alle nicht,aber gerade mir persönlich hat dieser Urlaub an Erholung null gebracht,und deshalb ziehe ich ein eher ernüchterndes Fazit unter diesen "Urlaub"- aber wahrscheinlich hab ich mir auch zuviel erwartet. Camping is nun mal was anderes als ein Hotel oder ne JUHE,dafür etwas billiger. Im Bereich Parties,hübscher Frauen und brauner Haut sah es leider auch mehr als mau aus,aber vielleicht waren wir auch nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort...




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